Archiv 06/07 - 9. Spieltag der 2. Mannschaft

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Archiv 06/07 - SK Münster 32 V gegen Schach Nienberge 03 II 3 : 5

Andreas Börger

1837

Frank Dirks

1738

½ - ½

Norbert Voß

1811

Ralf Schmidt

1499

1 - 0

Oliver Schöpper

1814

Dr. Laszlo Henninger

1648

0 - 1

Marian Kurzeja

1767

Michael Wissen

1600

1 - 0

Reinhard Hund

1692

Josef Rath

1665

0 - 1

Ulrich Wehling

1676

Norbert Temmen

1623

0 - 1

Diana Holt

900

Robert Schoppmeier

1645

0 - 1

Cyril Sokolowski

1216

Georg Hilderscheid

1556

½ - ½

Spielbericht

Es ist geschafft! Nach dem überraschenden und glücklichen Aufstieg am Ende der letzten Saison haben wir nunmehr noch überraschender (und nicht mal in erster Linie durch Glück) aus eigener Kraft den Klassenerhalt geschafft. Wer hätte das am Anfang der Saison dieser 'Gurgentruppe' zugetraut, die von der Durchschnitts-DWZ her ganz unten in der Bezirksliga anzusiedeln ist?

 

Was gibt's über unseren letzten Mannschaftskampf der Saison zu berichten? Es war ein Auswärtsspiel, zu dem ich bei sehr angenehmem Wetter mit dem Fahrrad fahren konnte. Bei dieser kleinen Radtour fiel mir ein, dass ich das Formular für die Partieberichte, das ich am Vormittag extra noch ausgedruckt hatte, zu Hause vergessen hatte. Deshalb habe ich - abgesehen von meiner eigenen Partiemitschrift - keinerlei schriftliche Aufzeichnungen, auf die ich zurückgreifen könnte. Meine eigenen Partiebeobachtungen waren wie immer spärlich.

 

Die Ausgangssituation für diesen letzten Spieltag war folgende: Wir hatten einen Mannschaftspunkt mehr und einen halben Brettpunkt weniger als der drittletzte Westbevern II. Sollte also Westbevern beim Heimspiel gegen SK Münster VI gewinnen und wir nicht, drohte uns die Gefahr, am Ende der Saison noch den dritten Abstiegplatz einnehmen zu müssen (eine Rolle spielte hier auch noch das Abschneiden der SF Münster). Lange Rede - kurzer Sinn: Um ganz sicher den Klassenerhalt zu schaffen, mussten wir gewinnen.

 

Zwei Dinge sprachen aber zunächst mal gegen unser Vorhaben: Erstens spielten wir gegen eine starke Mannschaft, nämlich SK Münster V, die schon vor dem Spieltag als Aufsteiger in die Verbandsklasse feststand. Und zweitens fehlte mit Ilja Lipkin unser stärkster Mann. Allerdings musste auch unser Gegner auf Ersatzspieler zurückgreifen.

 

Am Anfang konnten wir noch Hoffnung auf einen kampflosen Punkt haben, da Michael Wissens Gegner nicht erschien. Noch bevor es an dem Brett überhaupt losging, war man an Brett acht schon fertig. Georg Hilderscheid hatte in besserer (um nicht zu sagen gewonnener) Stellung seinem jugendlichen Gegner nach rekordverdächtigen 25 Minuten ein Remis 'aufgeschwatzt'. Dann erschien Michaels Gegner doch noch und es wurde wieder an sieben Brettern gespielt.

 

Roberts Gegnerin spielte sehr schnell und übersah dabei wohl die ein oder andere taktische Feinheit. Jedenfalls bekam sie ihren König nicht aus der Mitte weg und musste auch noch eine Qualität hergeben. Der Punkt ließ nicht lange auf sich warten. Wir führten 1,5 zu 0,5.

 

Dann kam Glück für uns ins Spiel: Laszlos Gegner patzte und ließ einfach eine Figur stehen. Die Aufgabe kam sofort, und wir führten sogar mit zwei Punkten Vorsprung!

 

Frank war an Brett eins mittlerweile in einem Schwerfiguren-Endspiel angekommen, und ich hatte ihn seit Längerem etwas von 'Remis!?' brummeln hören. Nun war es tatsächlich soweit. Die Punkte wurden geteilt: 3:1 für uns!

 

Das sah nun wirklich sehr gut für uns aus, zumal Michael Wissen, Josef Rath und ich mittlerweile besser standen. Doch zuerst gab es einen kleinen Rückschlag. Ralf musste an Brett zwei seine zweite Saisonniederlage einstecken. Mit leichter Verspätung und übernächtigt von der Arbeit war er zum Mannschaftskampf gekommen und 'aus Versehen' in eine französische Verteidigung geraten. Aus Versehen deshalb weil er in seinem Tran den ersten Zug des Gegners gar nicht richtig registriert hatte.

 

Als nächster wurde ich dann fertig. Mein Gegner hatte einen Zentrumsvorstoß meinerseits falsch behandelt und dabei einen Bauern eingestellt. Danach spielte er bedingungslos auf Königsangriff, wobei er einen Springer auf g5 opferte, um die h-Linie für seine Dame zu öffnen. Ich konnte aber rechtzeitig meine Kräfte zum Königsflügel dirigieren und so das Eindringen der Dame verhindern. Schließlich entschied das Material, und es stand 4:2. Und Michael und Josef standen immer noch besser!

 

Der Pechvogel des Tages war dann leider Michael Wissen. Ausgerechnet an seinem Geburtstag verlor er denkbar unglücklich seine Partie durch Zeitüberschreitung. Und das in einer total gewonnenen Stellung!

 

Den Schlusspunkt setzte Josef mit einem schönen Sieg an Brett fünf. Schon geraume Zeit hatte er eine schöne Stellung mit mächtig Raumvorteil. Mir ist insbesondere seine Bauernphalanx am Damenflügel in Erinnerung geblieben. Ein seltener Anblick: vier weiße Bauern auf der vierten Reihe schön nebeneinander auf den Linien a bis d! Der Druck kostete seinem Gegner schließlich Material und den Punkt.

 

Am vorletzten Spieltag haben wir gegen einen Absteiger 2:6 verloren und jetzt gegen den Aufsteiger 5:3 gewonnen. Ich sag's ja immer wieder: Schach ist ein Glücksspiel!

 

Norbert Temmen